DCM beim Dobermann

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Dobermannfreunde,
der Dobermann Club Deutschland e.V. hat es sich als höchstes Ziel gesetzt, die DCM- Prävalenz beim Dobermann einzudämmen.
Gerne möchte ich euch einige Informationen zur Aufklärung bezüglich DCM mitteilen.
Wahrscheinlich für viele von euch bereits bekannt, aber für manche vielleicht noch interessant.
Die Krankheit „Dilatative Cardio Myopathie“ hat sich bereits vor vielen Jahren geäußert bei unserem Dobermann. Als ein Dobermann plötzlich starb wurde damals oft gesprochen von „Sudden Death“. Ebenfalls konnten Tierärzte mit klinischer Untersuchung, Röntgenbild und Elektrokardiogram Herzversagen bestätigen beim Dobermann mit reduzierter Kondition. Mit mikroskopischer Untersuchung konnte man Narbe Gewebe zwischen noch gesunde Herzmuskelzellen feststellen.

Röntgenbild vom Dobermann mit vergrößertem Herz und Wasser in der Lunge

Mitte der 90er Jahre wurde mittels besserer Herzultraschallgeräte immer mehr bekannt über den DCM- Krankheitsprozess. Im Prinzip erweitert sich langsam aber sicher die linke Herzwand und im nach hinein auch das Septum zwischen linker und rechter Herzkammer. Somit tritt Leckage der linken Herzklappe auf und erweitert dadurch auch den linken Vorhof. Dies führt zu einer Störung der elektrischen Übertragung in der Vorhofwand, wodurch Herzrhythmusstörungen auftreten können.

Das Herz unseres Dobermanns kann also langsam aber sicher immer schwächer werden, wobei immer mehr klinische Symptome auftreten wie Schwäche, Hecheln und Husten. Ebenso können auch bei dem mäßigen Herzrhythmus Fehler auftreten, hin und wieder oder oft hintereinander 
und unser Dobermann kippt plötzlich um und stirbt.
DCM beim Dobermann ist eine erbliche Krankheit, wobei bis heute noch unbekannt ist, wo genau sich die betroffenen Gene in den Chromosomen befinden. Also, z.Zt. gibt es noch keinen Gentest, um DCM beim Dobermann festzustellen oder auszuschließen.
Aber bereits in den 90er Jahren haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass mit einem mehrstündigen Elektrokardiogram (24 Stunden EKG / Holter EKG) Vorstadien von DCM zu erkennen waren. Schade allerdings, dass dieses Wissen nicht viel eher in eine Pflichtuntersuchung umgesetzt worden ist.

Weil nur mittels einer Herzultraschalluntersuchung DCM definitiv diagnostiziert werden kann, sollte auch diese Untersuchung Pflicht sein für die Zucht.

Goldstandard 24 Stunden EKG

Sas 24 Stunden EKG zusammen mit der Herzultraschalluntersuchung ist der Goldstandard des
 DCM- Screenings beim Dobermann.

Neben diesen beiden Untersuchungen gibt es ebenfalls einige Blutuntersuchungen, wie Konzentrationsbestimmung von „Kardial Troponin I“ und „NT-proBNP“, die erweiterte Informationen geben können, jedoch auch oft nicht sehr zuverlässig sind.

Jetzt wieder zurück zu unserem Ziel, die DCM- Prävalenz beim Dobermann einzudämmen. Um unser Ziel zu erreichen gibt es mindestens drei Voraussetzungen:
1: DCM-Pflichtuntersuchung mittels des Goldstandards für alle Zuchttiere
2: Transparenz der Herz-Untersuchungsergebnisse von möglichst vielen Dobermännern
3: Erweiterung der Zuchtpopulation / Genpool
Dies gilt für Rüden und Hündinnen, weil im Gegensatz zu vorher bekannt, wurde laut neuster Kenntnisse festgestellt, dass die DCM- Frequenz bei Rüden und Hündinnen gleich ist.
Das Collegium Cardiologicum e.V. (CC-Kreis) bietet in Zusammenarbeit mit dem VDH als einziger zugelassener Untersucher, statistische Auswertungen und Beratung an für unseren DCD e.V.
Als Dobermann Club Deutschland e.V. freuen wir uns sehr über die Zusage der Zusammenarbeit von Herrn Dr. Kresken mit dem CC-Kreis, dessen Kampf gegen DCM und damit auch für die Zukunft unserer Rasse Dobermann unbedingt notwendig ist!
Zusammen können wir unser Ziel erreichen, es lebe unser Dobermann!